Hier das buch „der kleine kiffer“ kaufen

Leseprobe:

I:

Als ich sechzehn Jahre alt war, sah ich einmal in einem Bericht über Woodstock, der „Erlebte Geschichten“ hieß, ein krasses Bild. Es stellte einen Hippie dar, wie er einen Riesenjoint vernichtete. Hier ein kläglicher Versuch einer Zeichnung dieses persönlichen Helden. 

In dem Bericht hieß es: „Die Hippies ziehen ihre Döchte in einem oder wenigen Zügen, ohne sie mit jemandem zu teilen. Daraufhin sind sie so breit, dass sie erst einmal in einen Fressflash verfallen, der über Stunden anhält.“ Anschließend würde noch ein Verdauungsschläfchen gemacht, um gleich wieder von vorne anzufangen. Das ist ein Leben, wie es sich so mancher vorstellt. Ich habe mich damals von diesen Hippies stark inspiriert gefühlt und fing dann auch an zu kiffen. Nach meinem ersten Docht zeichnete ich noch ein Bild eines total breiten Hippies. Hier meine erste Zeichnung mit Cannabisinspiration:

Ich habe den Abstinenten mein Meisterwerk gezeigt und sie gefragt, ob ihnen meine Zeichnung keine Angst mache. Sie haben mir geantwortet: „Warum sollen wir vor einem Penner Angst haben?“

Meine Zeichnung stellte aber einen Penner dar, der einen elefantösen Johnny verdaut.

Ich habe dann den Hippie eine halbe Stunde vorher gezeichnet, um den Abstinenten das klarzumachen.

Sie brauchen ja immer Erklärungen. Hier meine Zeichnung Nummer zwei. Die Abstinenten haben mir geraten, mit dem Zeichnen von ollen Hippies aufzuhören und mich mehr für die Schule, Sport, Mädchen oder für etwas zu interessieren, was man so als Jugendlicher tut. So kam es, dass ich mich für die letzte Möglichkeit entschied und nur noch kiffte, da das doch schließlich fast alle Jugendlichen taten.

 

Das miserable Feedback der Abstinenten brachte mich zudem dazu, mit dem Zeichnen aufzuhören. Der Misserfolg meiner Zeichnungen Nr. 1 und Nr. 2 hatte mir den Mut genommen. Die Abstinenten verstehen sich darauf, einem alles zu vermiesen, und dass ich weiterhin kiffte, sagte ich natürlich niemandem, außerdem ist es mit breitem Kopf viel zu anstrengend, zu zeichnen. Darum sehen die Bilder in dem Buch aus, als wären sie von einem Vorschüler. Ich war also gezwungen mein Gekiffe heimlich fortzusetzen und 

machte meinen ersten Urlaub mit achtzehn Jahren in Holland. Ich bin von einem Coffeeshop in den nächsten geflogen, so breit war ich, und mein zweijähriges Kiffertraining hat mich dabei ziemlich weit kommen lassen. Anfangs konnte ich nicht einmal Schwarzen Afghanen von Rotem Libanesen unterscheiden. Das ist sehr unpraktisch, wenn man von irgendwelchen Straßendealern übers Ohr gehauen wird.

So habe ich im Laufe dieses Hollandtrips viele verschiedene Hasch- und Grassorten geraucht, von denen ich bis dahin noch nicht einmal den Namen kannte. Auf der Straße konnte man billiger an das Zeug herankommen als in den hiesigen Coffeeshops. Also bin ich viel mit Dealern umgegangen und hatte Gelegenheit, sie aus der Nähe zu betrachten. Das hat meiner Meinung über sie nicht besonders gutgetan. Denn manchmal haben sie mir Küchengewürze als Big Bud oder Schwarzen Gummi als Hasch verkauft.

In den Coffeshops habe ich so manch Breitem meine Zeichnung Nr. 1 gezeigt, die ich sehr gut aufbewahrt hatte, um jemanden zu finden, der meine Sprache verstand oder ähnlich tickte wie ich. Aber, ich hatte Pech, denn ich bekam immer nur zur Antwort: „Is det deen Veder?“ Ich verstand nur Bahnhof. Dann redete ich mit ihm weder über Woodstock, Hippies noch Joints. Er verstand mich ja sowieso nicht! Ich stellte mich auf seinen Standpunkt und sprach mit ihm überhaupt nichts, sondern kiffte nur ein bisschen mit ihm.

II:

Ich blieb also unverstanden, ohne jemanden, der meine albernen Bilder richtig deutete, bis ich am Abend des zweiten Tages meines Trips in einem Coffeeshop einen Absturz der übelsten Sorte erlitt. Den Schimmelkaschmir hatte ich einfach unterschätzt. Und da ich weder genug Geld für ein zweites Zimmer in der Nähe hatte, noch die Kraft und Lust, zu meinem eigenen gemieteten Zimmer zu laufen, legte ich mich auf eine harte Holzbank in einer Ecke des Ladens. Es war für mich eine Frage auf Leben und Tod, so dreckig ging es mir. Ich hatte kaum genug Kraft, um es aufs Klo zu schaffen, damit ich mir die ganze Sache noch einmal durch den Kopf gehen lassen konnte.

Eigentlich durfte ich hier gar nicht schlafen, aber ich muss so elend ausgesehen haben, dass die Leute mich schlafen ließen

Ich war verlassener als ein Drogenopfer auf seinem ersten LSD-Horrortrip. Ihr könnt euch daher meine Überraschung vorstellen, als bei Sonnenuntergang eine raue, verrauchte Stimme mich weckte:

„Kauf mir eine Bong!“ 

„Wie bitte?“

„Kauf mir eine Bong!“

Wie vom Donner gerührt sprang ich auf die Füße, rieb mir die Augen und schaute genau hin. Da sah ich ein kleines, höchst ungewöhnliches Kerlchen, das mich mit schrägem Blick betrachtete. Hier das beste Porträt, das ich später von ihm zustande brachte.

Entstehungsgeschichte des Buches

Jetzt das buch „der kleine kiffer“ kaufen

Nachfolgend ein paar Auszüge aus einer meiner Lieblingsrezensionen

 

„Sprache und Duktus orientieren sich am Kleinen Prinzen. Wenn die Übername eines fremden literarischen Idioms gelegentlich zu Lächerlichkeiten führen kann, so ist dies hier nicht der Fall.

Der Verfasser verfügt über eine ganz eigenständige Sprache, in die er die des Kleinen Prinzen nahtlos übernehmen kann, ohne dass dies zu einem sprachlichen Nachäffen führen würde.

Das Bändchen ist auch rein sprachlich amüsant und verschafft dem Leser ein ungewöhnliches Lesevergnügen.Auch die Struktur der Geschichte orientiert sich am Kleinen Prinzen, weicht aber von dieser ab, wenn es die Geschichte des Kleinen Kiffers erfordert.

Also auch hier eine souveräne und eigenständige schriftsellerische Leistung des Verfassers.“

0
    0
    Your Cart
    Your cart is empty